Arabische Namen

Für Europäer wirken arabische Namen oft verwirrend lang. Doch die Namensgebung spielt hier eine besonders große Rolle. In den Aussagen des Propheten Muhammeds ist nachzulesen, dass am Tag des Jüngsten Gerichts alle Gläubigen bei ihren Namen und dem der Väter aufgerufen werden. Die aus vielen Einzelelementen bestehenden Namen schlossen früher auch Hochzeiten zu engen Verwandten aus.

Gesetzliche Regelungen für die Namensgebung

Die heutige Namensgebung ist in den meisten arabischen Ländern gesetzlich geregelt, sodass ägyptische Neugeborene drei Namen tragen müssen, denen ein Familienname angefügt werden kann. Im Irak setzen sich die Namen aus Vorname, Vater- und Herkunftsname zusammen und in Marokko geborene Kinder müssen den Familiennamen tragen.

Arabische Schrift

Die arabische Schrift (Bild: asem arab – Fotolia.com)

Bestandteile arabischer Namen

Die Namen bestehen meist aus fünf Teilen: Titel, Vorname, Abstammung, Bezugsname und Spitzname oder Beiname, der auch vorgezogen werden kann, wenn es keinen Titel gibt. Diese Einzelelemente setzen sich folgendermaßen zusammen:

  • Titel: in der Regel dem Namen vorgezogen, zum Beispiel Scheich
  • Vorname: ism (‏اسم‎), Namen der Gefährten Mohammeds, aber auch bedeutungsvolle Wörter der arabischen Sprache
  • Abstammung: nasab (‏نسب ), zeigt die Abstammung über mehrere Generationen der Linie des Vaters auf
  • Bezugsname: nisba (‏نسبة‎), gibt Auskunft über Herkunft, Konfession oder Beruf
  • Spitzname: laqab (لقب ), vorangestellt als Spitzname, nachgestellt als Ehrenname, der sich auf den Bezugsnamen beruft
  • Beiname: kunya (‏كنية ), Rufname im täglichen Leben

Persönliche Anrede mit Abstammungsname

Erwachsene bei ihrem eigentlich gegebenen Namen anzusprechen, ist in der arabischen Welt nicht üblich. Vielmehr wird heute der Abstammungsname oder Ehrenname verwendet. Dieser besteht aus Abû (Vater von) oder Umm (Mutter von) und dem Namen des ersten Sohnes. So wird Palästinenserpräsident Mahmud Abbas von seinem Volk meist Abû Mazen genannt.

Der König Saudi Arabiens heißt beispielsweise:  Fahrad bin Abdul Aziz bin Abdul Rahman Al-Saud
Übersetzt werden kann das mit:  Fahrad Sohn von Abdul Aziz Sohn von Abdul Rahman aus dem Stamm Al-Saud

Beliebte arabische Vornamen

Wie auch in der europäischen Namensgebung gibt es beliebte Vornamen in den arabischen Ländern wie Abdullah (Diener Gottes) und Abd ar-Rahmân (Diener des Barmherzigen). Diese sind laut Aussage des Propheten die Namen, die Gott am meisten mag. Weitere beliebte Namen sind:

für Frauen:
A’ischa ( Aischa) – Lebende
Amal – Hoffnung
Alya – hoch/ erhaben
Fara – kleine Maus
Schakira – Dankbare

für Männer:
Ali – Erhabener
Dschamal – Schönheit
Ridwan – Wächter des Paradieses
Walid – Neugeborener
Yusuf – Josef

So finden sich bedeutsame Namen in der Geschichte der arabischen Namensgebung immer wieder und durch die Angabe des Namens des Vaters, kann man Generationen bis ins fünfte Jahrhundert vor Christus zurückverfolgen.