Jordanien: Oase in der Wüste

Wer nach Jordanien reist, muss sich mit einigen Gegebenheiten abfinden. Die Luft ist heiß und drückt; der Sand zieht in den Wüstenarealen in jede Stelle des Körpers; und ohne ausreichend Flüssigkeit wird jeder Schritt zur Qual. Wer sich jedoch auf das Klima einstellt, erhält Einblick in eine der geschichtsträchtigen Gegenden der Welt. Der Legende nach wurde Jesu im Fluss Jordan getauft. Ob es der Wahrheit entspricht, kann heute nicht mehr nachvollzogen werden. Und doch spürt man an den historischen Gebäuden, dass das Land eine besondere Aura durchzieht.


 

Mythen und Legenden ranken sich um Jordanien

Jordanien liegt in Vorderasien. Geprägt von einer wüstenreichen Gegend dominiert der Sand im ganzen Land. Mehr als 60 Prozent der Fläche Jordaniens gelten als Wüstentafelländer. Der Rest ist nicht sonderlich wirtlicher. Hohe Berge, zerklüftete Gebirge und ein Zugang zum Toten Meer, dem Meer mit der höchsten Salzkonzentration auf der Welt, laden auf den ersten Blick nicht ein. Doch Jordanien bietet mehr. Inmitten der rauen Lebensbedingungen entwickelte sich eine geschichtliche Oase. Gelegen im Kern des biblischen Israel ranken sich Mythen und Legenden um Jordanien – vor allem um die sagenumwobene Felsenstadt Petra.

Kamel-Reiten am Strand von Essaouira

Mit Kamelen ging es schon früher durch Jordanien (Bild: Vysotsky (Wikimedia) unter CC BY-SA 3.0)

Aufstieg und Fall einer Dynastie

Die ehemalige Hauptstadt der Nabatäer erreichte ihren Reichtum durch eine strategisch wichtige Lage. Karawanen passierten die Stadt aus mehreren Richtungen, die Weihrauchstraße lief direkt an Petra vorbei. Es ist bis heute ein Wunder, wie die Arbeiter eine Stadt inmitten von Felsen und Sand errichten konnten. Das äußerst komplizierte Wasserversorgungssystem der Stadt Petra gehört zu den technologischen Highlights der Stadt. Über Viadukte und in den Fels eingelassene Röhrensysteme wurde die Stadt mit Trinkwasser versorgt und lag dadurch äußerst geschützt. Nur ein schmaler Gang führte nach Petra, eine Invasion musste nicht gefürchtet werden.

Die heutige Bezeichnung „Mosestal“ entspringt ebenfalls der Lage Petras. Der Legende nach führte Moses sein Volk durch die Wüste und aus der Sklaverei der Pharaonen. Nach einem langen Marsch kam das Volk entkräftet in Petra an. Ein Schlag von Moses Stab auf einen Fels ließ eine Wasserfontäne erscheinen, die die dürstenden Wanderer neue Kraft schöpfen ließ. Auch Karawanen nutzten die Fruchtbarkeit der Felsstadt Petra, um sich für weitere Wege zu wappnen. Dieser wirtschaftliche Faktor sorgte dafür, dass Petra zu einer prosperierenden Stadt aufstieg. Der Untergang der Stadt wurde eingeleitet, als sich Malichalus I mit dem Römischen Volk anlegte und dieses daraufhin Ausweichrouten für Karawanen einrichtete. Als Anfang des 12. Jahrhunderts Kreuzritter über die Stadt herfielen, war der Untergang endgültig besiegelt.

Doch Jordanien bietet neben der Stadt Petra noch weitere Sehenswürdigkeiten:

  • das antike Gerasa
  • die Ruinenstadt Umm er-Rasas
  • das Tote Meer
  • Aqaba: einen der beliebtesten Taucherspots der Welt
  • die Zitadelle von Amman

Fazit zur Jordanien

Jordanien ist ein Land der Mythen und Sagen. Gerade in der Hauptstadt Amman treffen Touristen einer Jordanien Reise auf das Ursprüngliche des Landes. Dennoch sollten Reisende aufpassen: Das kontinentale Wüstenklima kann zu Kreislaufproblemen bei Mitteleuropäern führen. Deshalb sollte eine Reise in den Frühlings- oder Herbstmonaten geplant werden.


Arabische Schriftzeichen lernen Zu den Schriftzeichen
Arabische Karte / Karte Arabiens Zum Reiseführer